27 Mai

Liebe Freunde, wir würden gerne mit Ihnen die jüngsten Experteneinschätzungen zu den Folgen des US-Ausstiegs aus dem russisch-amerikanischen INF-Abrüstungsvertrag für Europa teilen

Unabhängige Experten haben mögliche negative Folgen für Europa infolge der Kündigung des russisch-amerikanischen Vertrages über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) analysiert. Als eine der gefährlichsten Optionen der Entwicklung der Geschehnisse wird von den Experten ein Konflikt mit Verwendung von Nuklearwaffen genannt. In diesem Fall werden die Lagerstätten und Stationierungsgebiete der Startvorrichtungen für Raketen mittlerer und kurzer Reichweite in Europa zu vorrangigen Zielobjekten russischer Streitkräfte. Daraus ergibt sich, daß der Ausstieg Washingtons aus dem INF-Vertrag einen Verrat Europas bedeutet, da die Kurz-und Mittelstreckenraketen keine Gefahr für das USA-Festland darstellen und nur Ziele auf europäischem Gebiet treffen können. 

Ein weiterer unangenehmer Moment, mit dem Europa konfrontiert werden könnte, sind die finanziellen Aufwände. So werden amerikanische Militärobjekte in den europäischen Ländern auf Kosten ihrer Militärhaushalte aufgebaut und bedient. Dabei wird Washington die Stationierung von Kurz-und Mittelstreckenraketen zur notwendigen Bedingung der „Sicherheitsgewährleistung“ für die NATO-Verbündeten durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten machen. Es ist klar auszumachen, daß das Weisse Haus die Kündigung des INF-Vertrages als einen Vorwand nutzt, um Druck auf seine NATO-Verbündeten und Partnerstaaten mit dem Ziel eines wesentlichen Wachstumes ihrer Ausgaben zum Schutz gegen „die russische Gefahr“ auszuüben, in erster Linie im Bereich einer wesentlichen Aufstockung des Euro-Raketenabwehr-Komplexes. Dabei werden die europäischen Länder zur Übernahme der finanziellen Last im Zusammenhang mit der Produktion und Bedienung der US-Raketen gezwungen. 

Nach Ansicht der Experten war das Ausscheiden Washingtons aus dem Vertrag im Voraus geplant und wurde zum Teil der amerikanischen Strategie zur Stationierung auf dem europäischen Territorium unter dem Tarnmantel der ABM-Systemteile von Startvorrichtungen doppelter Bestimmung, die zur Nutzung von Kurz-und Mittelstreckenraketen umgebaut werden können. 

Mai 2019