Grußworte von Botschafter Dmitrij Ljubinskij bei der Jubiläumsfeier "30 Jahre AustroMir" im Technischen Museum Wien
BOTSCHAFT DER RUSSISCHEN FÖDERATION IN DER REPUBLIK ÖSTERREICH
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/8:30-17:30
01 Oktober

Grußworte von Botschafter Dmitrij Ljubinskij bei der Jubiläumsfeier "30 Jahre AustroMir" im Technischen Museum Wien

    Sehr geehrter Frau Bundesministerin!

    Sehr geehrter Herr Aufreiter!

    Sehr geehrter Herr Viehböck, дорогой Franz!

    Уважаемый господин посол Умаров!

    Verehrte Damen und Herren!

  Für mich ist es heute eine besondere Freude, an der Jubiläumsfeier der AustroMir Mission 91 teilzunehmen. In den letzten anderthalb Jahren haben wir alle manches erlebt und überstanden. Und jetzt gibt es endlich Schritt für Schritt die Möglichkeit, sich wieder zu treffen, Meinungen auszutauschen und bei wichtigen Anlässen gemeinsam zu feiern. Auch in dieser Hinsicht darf ich Ihnen, geschätzter Herr Aufreiter, und dem gesamten Organisationsteam des Technischen Museums unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

  Wir haben uns heute versammelt, um den 30. Jahrestag der Weltraummission AustroMir-91 zu würdigen. Der Raumflug des ersten (und bis jetzt einzigen) österreichischen Kosmonauten Franz Viehböck am 2. Oktober 1991, seine im All durchgeführte Forschungsarbeit bewies die festen Positionen der österreichischen Wissenschaft in der internationalen Kooperation. Noch viele Jahre davor begann das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die erfolgreiche Zusammenarbeit mit sowjetischen Kollegen. Zum Beispiel 1982 nahm das IWF an den sowjetischen Planetenforschungsprojekten Venus 13 und Venus 14 teil.

    Die Weltraumreise der AustroMir- Besatzung wurde auch zum letzten bemannten Weltallflug unter sowjetischer Fahne. Heutzutage ist Russland weiterhin eine der führenden Weltraummächte mit Spitzentechnologien und Spitzenspezialisten in diesem Bereich. Russische Kosmonauten gehören zu den ständigen Bewohnern der Internationalen Weltraumstation. Sogar das russische Kino strebt aufwärts zu den Sternen – gerade in kommenden Tagen, am 5. Oktober fliegt zur ISS ein spezielles Team, um dort den allerersten Spiel-Film im All zu drehen. Der staatliche Konzern Roskosmos betreibt zahlreiche Projekte mit internationalen Partnern, darunter natürlich mit der ESA, zu deren Mitgliedern auch Österreich zählt. Auch im bilateralen russisch-österreichischen Fokus, meines Erachtens, gibt es breites Potential für die fruchtbare wissenschaftliche Kooperation auch auf diesem innovationsträchtigen Gebiet.

   Herr Viehböck sagte einst, dass er während der Vorbereitung an die Mission und natürlich während des Fluges selbst echte Freundschaft lernte. Eine Freundschaft, die keine politischen, sprachlichen, geografischen oder zeitlichen Grenzen kennt. Und das finde ich auch sehr symbolisch und aktuell für unser turbulentes Heute – trotz aller Widrigkeiten des modernen Lebens soll man einander unterstützen, einander zuhören, Verständnis füreinander anstreben. Es ist erfreulich, dass gerade in diesem Sinne Moskau und Wien unsere bilateralen Beziehungen zu neuen Höhen gemeinsam entwickeln.

   Nach dieser optimistischen These möchte ich mich bei Ihnen, meine Damen und Herren, für Ihre Aufmerksamkeit bedanken, allen Anwesenden Gesundheit, Glück, Erfolg und alles Gute wünschen!

  Und «last but not least» – jetzt kommt eine ehrenvolle Aufgabe auf mich zu. Im Auftrag des Außenministers der Russischen Föderation Sergej Lawrow, der gerade vor einigen Wochen einen bilateralen Besuch nach Wien abstattete, darf ich dem ersten Kosmonauten Österreichs Franz Viehböck das Ehrenzeichen des russischen Außenministeriums «Für das Zusammenwirken» aushändigen. Herr Viehböck, ich bitte Sie, diese Auszeichnung als Beweis Ihres Beitrages zur erfolgreichen Interaktion zwischen unseren Ländern entgegenzunehmen und mit dem Wunsch an diesem Kurs weiterhin festzuhalten!